Das Projekt 

 Zunehmende Komplexität 

in der Digitalen Fabrik

Die Anforderungen an die Technische Dokumentation industrieller Anlagen haben sich stark verändert. Diese Anlagen sind häufig mit mehreren Tausend Sensoren und Mikrochips ausgerüstet, die Messwerte im Millisekunden-Takt an zentrale Steuereinheiten zur Auswertung weiterleiten. Im fehlerfreien Zustand führen die Anlagen standardisierte Abläufe in weiten Teilen automatisiert aus und der Maschinenführer kann dank der Sensor-Daten den Fertigungsablauf mithilfe hoch verdichteter Kennzahlen überwachen und feinjustieren. 

In der Digitalen Fabrik der Industrie 4.0 steigt die Vernetzung zwischen Mensch, Produkt und Maschinen und die Digitalisierung von Arbeitsprozessen nimmt zu. 

 

Deshalb steigt das durch moderne Industrieanlagen produzierte Datenvolumen weiter. Intelligente Algorithmen nutzen die entstehenden Big Data-Datenbestände bereits jetzt für die Optimierung globaler Prozesse oder für die Planung prädiktiver Wartungsaktivitäten.


 Neue Herausforderungen 

für die technische Dokumentation 

Im Fehlerfall ist auch der Bediener der modernsten Industrieanlage auf eine qualitative hochwertige und verständliche Technische Dokumentation angewiesen. Diese hat sich trotz der immens gestiegenen Komplexität moderner Industrieanlagen kaum verändert. Eine Beschreibung von Funktionalitäten und Bedienelementen sowie Hinweise zur Wartung und Fehlerbehebung werden (wie vor vielen Jahrzehnten) in einem zeitaufwändigen Prozess einmalig von einem geschulten Redaktionsteam erstellt. Ein Hersteller versucht vorab das Betriebsverhalten der Anlage in verschiedenen Szenarien zu simulieren, um Fehler der Analyse zugänglich zu machen. 

Eine vollständige Abdeckung möglichen Fehlverhaltens kann er so jedoch nicht erreichen.

Im Gegenteil: die a priori Definition aller Eventualitäten in Betriebszuständen, Handhabungen und Störungsfällen überfordert den Redaktionsprozess zusehends. 

 

Noch schlimmer: im unternehmensspezifischen Kontext ist die Behandlung individueller Problemstellungen für eine Technische Dokumentation weder wirtschaftlich noch durchführbar. Obwohl die auftretenden Arbeitsschritte und Problemstellungen in der Regel ähnlich sind, muss in diesem Fall das Rad immer wieder neu erfunden werden, was häufig den kostenintensiven Einsatz eines erfahrenen Ingenieurs erfordert.


 Intelligente Instandhaltung 

durch AutoCoP 

Das Projekt AutoCoP entwickelt vor diesem Hintergrund ein lernfähiges Knowledge-Management-Tool für die automatisierte Content-Bereitstellung durch smarte Steuerungssysteme. Damit möchte AutoCoP die Qualität und insbesondere die Reichweite der Technischen Dokumentation durch die automatisierte Erzeugung von Dokumentationsinhalten nachhaltig verbessern. 


Als primäre Informationsquelle dienen reale Produktionsdaten der Industrieanlage, die durch Sensoren und Aktoren erzeugt, automatisiert klassifiziert und in entsprechenden Datenpools angereichert werden. Intelligente Algorithmen erkennen nahezu in Echtzeit unter Einbezug historischer Daten anomales Verhalten und melden einen Informationsbedarf, der schließlich von einem geschulten Redakteur weiterverarbeitet wird. 

 

Die Anlagendokumentation kann so nicht nur strukturiert und dynamisch weitergeschrieben, sondern zukünftige Fehlerfälle auch von Nicht-Experten identifiziert, klassifiziert und behoben werden.

 

Im Ergebnis ermöglicht AutoCoP es, meist als implizit vorliegendes Wissen in Form von jahrelanger Erfahrung aus der beruflichen Praxis von Redakteuren und Maschinenführern zu explizieren und kontextspezifisch sowie anwendergerecht bereitzustellen. Fehlerbedingte Standzeiten von Maschinen, können so reduziert werden, da selbst unerfahrene Anlagenbetreuer anhand genauer Handlungsanleitungen Probleme effektiv und lösungsorientiert beseitigen können.